 Nr.: 214/29.07.2010
Ratschläge (verhallte)
Wenn man sehr gründllich aufräumen muss, etwa bei einem Umzug, sortiert und stochert man, ob man will oder nicht, in seinem Leben. Bei Journalisten schichtet die Grabhand bisweilen sogar etwas Zeitgeschichte um. So finde ich den Durchschlag eines Briefes, den ich im Februar 1989 an einen um Rat fragenden Berufsanfänger schrieb:
>>… im Übrigen ist es keineswegs schlecht, bei Lokalzeitungen anzufangen. Da muss man so ziemlich alles machen: von Sport bis zum Streit in der Laubenpieper-Kolonie … <<
Das klingt so unendlich alt und fern als wäre zwischenzeitlich nicht nur eine Journalistengeneration vergangen. Schwindsüchtige Lokalzeitungen hängen heute die Seiten mit sogenannten „Mänteln“ dicht, überregional vorproduzierten Verzichtbarkeiten. Für Recherche fehlen die Leute.
Eingespart.
Wegrationalisiert.
Ich wende mich ans Internet, google Jens-Uwe P., dem ich damals den Ratschlag mit dem lokalen Karrierestart gab.
Erleichterung! Er ist nicht Journalist geworden sondern Vermögensberater.
Claus-Peter Lieckfeld |
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