Der New Yorker Journalistik-Professor Jay Rosen, der an der dortigen Big-Daddy-Universität arbeitet, beantwortet mal wieder die berühmte 100-Dollar-Frage, die angehende Journalisten erschrecken soll:
Worauf müssen sich Journalisten in Zukunft einstellen?
„Sie werden viele Dinge ändern müssen, vor allem ihre Einstellung zur Technologie. Früher mussten Journalisten bloß die Schreibmaschine bedienen, um alles Weitere hat sich eine andere Abteilung gekümmert. Heute sind Journalisten umso wertvoller, wenn sie mit der Technologie flexibler umgehen und auf mehreren Ebenen publizieren. Darüber hinaus müssen sie lernen, durch die von Lesern bereitgestellten Informationen die Qualität ihrer eigenen Berichterstattung und ihrer Recherche zu optimieren. Schließlich müssen Journalisten bereit sein, sich selbst neu zu erfinden. Die guten alten Zeiten sind vorbei, in denen man in einer stabilen Organisation eine Position ausfüllen konnte – das gibt es in der heutigen Medienwelt nicht mehr. Journalisten müssen lernen, unternehmerischer zu denken, eigene Unternehmen zu gründen und allein oder in kleinen Gruppen zusammenzuarbeiten.
Sehen Sie da ernsthafte Schwierigkeiten?
Journalisten sind abhängige Geschöpfe, denn sie glauben immer noch an einen «Big Daddy» im Hintergrund. Sie haben «Big Daddy» zwar nie über den Weg getraut, aber immer daran geglaubt, dass er für Werbeanzeigen sorgt, Büros bereitstellt, die Druckereien zur Verfügung stellt und sich um alles kümmert. Sie dachten, sie hätten ein Recht dazu, in Ruhe gelassen zu werden, um ihre Berichterstattung zu erledigen. Das ist eine ganze Weile gut gegangen, aber einen «Big Daddy» gibt es jetzt nicht mehr. Und jemand anderen, der ihre Probleme löst und sie unterstützt, wird es künftig auch nicht geben.“
Dann lasst uns mal anfangen mit erfinden.
wm
P.S. Das war mein 200.Blog. Der erste hieß „Eyetracker“ und stand am 20.12.2006 an dieser Stelle |
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