Der SPIEGEL wird GEO (und umgekehrt?)
Viele Titelgeschichten des „Spiegel“ („Abraham“, „Darwin“, „Wege aus dem Stress“) könnten heute ebenso gut Titelgeschichten von GEO sein. Und sind es ja auch oft. Doch während das grün umrandete Monatsblatt bereits vor zehn, 15 Jahren den langen Marsch vom „Erdkunde“- zum „Wissensmagazin“ angetreten hat, greift der (internetbedingte) Wandel des „Spiegel“ vom „Nachrichten“- zum „Orientierungsmagazin“ erst jetzt.

Da sämtliche News (+++Eilmeldung+++Die Deutschen trinken weniger Bier+++Obama im Live-Ticker+++) bei „SpiegelOnline“ bestens aufgehoben sind, kann sich die Print-Ausgabe ganz auf vertiefende (und zeitlose) Darstellungen konzentrieren.

Diese Entwicklung des „Spiegel“ zum rot umrandeten GEO wird sich durch den Wechsel (des einst für GEO und „stern“ zuständigen) Verlagsleiters Ove Saffe noch weiter beschleunigen. So zielt der jüngste „Spiegel“-Ableger „Geschichte“ („Das Ende des Römischen Reiches“) auf die erfolgreiche Reihe „GEO Epoche“. Und bald will Saffe einen Kinder-„Spiegel“ gegen „Geolino“ in Stellung bringen. (Angriffe auf GEO-kompakt oder GEO-Wissen könnten folgen. Die Redaktionen sind sensibilisiert.)

Natürlich wird es Zeit brauchen, bis die kleine Mannschaft von GEO mit etwas mehr Spiegeligkeit reagiert. Doch hätte dem Blatt schon 2008 ein Obama-Titel gut getan. Und wer weiß - vielleicht führt die Annäherung des roten und des grünen Rahmen-Magazins irgendwann auch zu einem zweiten Frühling in der Politik.

wm

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