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Der Mitherausgeber Berthold Kohler (FAZ) ist ein Lebewesen von bemerkenswerter Leidenschaftlichkeit. Eben noch fühlte er sich bedroht für den Fall, dass Genossin Ypsilanti Ministerpräsidentin wird, man spürte die Angst und den Kampfgeist, der sich aus der Angst ergab. Nun aber, da die Gefahr für Leib und Leben vorüber ist, wirft er sich in die Bresche für die vertriebene Ehre der Erika Steinbach. Es würde genügen, wenn der beherzte Worteschwenker einmal fundiert zu erläutern versuchte, dass Frau Steinbach in Polen und der SPD falsch eingeschätzt wird, aber nein. Er wird literarisch: „Warschaus Virginia Woolf heißt Erika Steinbach.” (Falls sich jemand nicht erinnert: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf” von Edward Albee). Er klagt die Kanzlerin an. Sie bleibe angesichts der polnischen Angriffe gegen Frau Steinbach stumm. (Als gäbe es für sie wichtigere Angelegenheiten!) Er pauschalisiert die Polen und redet von einer polnischen Phobie. Fasziniert zitiert er unermüdlich das Wort von der blonden Bestie, wohl um zu zeigen, wie sehr der sanften Frau Steinbach Unrecht geschieht. Er spricht von faulen Interessenausgleichen, Feigheit, Prinzipienlosigkeit, Verrat und kämpft und kämpft und kämpft. Nun höre ich von anderer Seite, dass Berthold Kohler der Verlobte von Erika Steinbach sei… Sowas will ich gar nicht wissen! Was ändert das? Ein Medienheld kämpft unabhängig von seinen privaten Neigungen. Herr Kohler würde auch für mich leidenschaftlich eintreten, wenn er es von der Sache her richtig fände. Was ich nicht hoffe. F. J. K. |
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