Guerilla-Journalismus

Barbara Ehrenreich, die große alte Dame des US-Journalismus, hat für ihre  Journalistenschüler in Berkeley (Kalifornien) eine kämpferische und Mut machende Abschlussrede gehalten. Frei übersetzt sagte sie:

"Meine Leute haben mir gesagt, ich dürfe heute nicht zu negativ werden. Ich solle nicht allzu schwarz malen. Also sage ich Euch, die ihr heute die Journalistenschule verlassen werdet: Willkommen in einem sterbenden Gewerbe! Willkommen in einer untergehenden Industrie. Im Amerika der Arbeitslosen seid ihr in bester Gesellschaft. Und ihr werdet gebraucht. Ich weiß zwar nicht, wo und von wem ihr gebraucht werdet, und ich weiß auch nicht, wer Euch bezahlen soll, aber ich weiß: Man kann uns nicht aufhalten! Wenn Zeitungen keine Journalisten mehr einstellen, dann gibt es nur eins: Werdet Guerilla-Journalisten! Denn so lange es Geschichten gibt, die erzählt werden müssen, so lange es Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten gibt, die aufgedeckt und gelöst werden müssen, so lange dürfen wir nicht aufgeben. Der Journalisten-Beruf ist kein Titel, den man sich ans Revers heften kann, er ist auch kein Zeugnis, das irgendwelche Ansprüche begründet, nein, ein Journalistenschul-Abschluss ist nichts anderes als eine Lizenz zum Kämpfen."

Wow!!!

 

wm

 
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