Abschied von alten Idealen

 

Bis Ende des Monats müssen die Chefredakteure, Verlags- und Bereichsleiter von Gruner & Jahr konkrete Vorschläge liefern, was in den Redaktionen und Abteilungen verändert, gespart, ausgelagert oder zusammengelegt werden kann.

Die Lage ist also ernst. „Es reicht definitiv nicht mehr“, so Gruner & Jahr-Chef Bernd Buchholz, „nur kurzfristig die Marketingkosten und Heftumfänge zu drücken... Ich bewahre hier nicht auf Teufel komm raus alte Ideale, um am Ende als Letzter das Licht ausmachen zu müssen."

BB liebt es ja, seine Mitarbeiter mit kryptischen Sätzen zu verunsichern. Was könnte er also gemeint haben? Sind mit „alten Idealen“ „überlebte Standards“ gemeint? Müsste der Satz vielleicht lauten: „Ihr Spinner geht mir mit euren Idealen von Vielfalt und Qualitätsjournalismus auf den Wecker. Hier brennt die Hütte und ihr redet von Werten!“

Also noch mal Buchholz: "Bei allem Glauben an Qualitätsprodukte: Wir werden doch angesichts des globalen Abwärtstrends nicht behaupten können, dass wir es als Einzige schaffen, das klassische Magazingeschäft noch auszubauen."

„Bei allem Glauben an Qualitätsprodukte...!“

Auch das ein seltsamer Vor-Satz. Er klingt nicht nach festem Glauben. Eher nach Aberglauben.

wm

 
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